Maschinen, Skulptur, Musik, Bild, Sound, Sprache, Theater
Synergien in der Kunst
In der Pasinger Fabrik stehen ab Oktober sonderbare Musikmaschinen. Es sind die elektromechanischen Klangkunstwerke des Münchner Künstlerduos Portmanteau. Liebevoll erschaffen aus Altem, Gefundenem oder Recyceltem, sind diese Skulpturen musikalisch, humorvoll und skurril.
Man darf, ja man soll sogar selbst Hand anlegen: Sittichquirl, Alpinium, Strippenzieher oder Singvase heißen die verrückten Automaten, die entdeckt werden wollen. Wer eine Münze einwirft, bringt Stühle zum Steppen, startet den Klang einer Schafherde, lässt die Singvase ihren modernen Ablasshandel vollziehen oder wird auf Knopfdruck vom „Grobian“ beleidigt. Kunst für Auge, Ohr und Zwerchfell.
Hinter Portmanteau stecken zwei Köpfe: Gerald „Greulix“ Schrank und Christian „Taison“ Heiß. Sie sind seit über zwanzig Jahren ein Duo, eine Band, Tonstudiobetreiber und Techniktüftler. Die Süddeutsche Zeitung hat sie einmal „die Tinguelys des Theaters“ genannt.
Das Portmanteau-Duo bringt Verbündete mit:
Martin Dessecker, bildender Künstler, ist mit seinen „Transparenzen und Sehhilfen“ schon lange Teil der Münchner Kunstszene und hat den Portmanteau-Kosmos schon mehrfach bereichert.
Petr Mayr, Druckspezialist aus Oberbayern, arbeitet mit Hochdruck an Siebdruck, Radierung und raumgreifenden Installationen.
Willi Haas fängt mit ihrer Kamera Bilder ein, bei denen niemand so genau weiß, wo oben und unten ist.
Dr. Leonhard Scheck, Astrophysiker, fotografiert bei seinen „ungewöhnlichen Schnitten durch die Raumzeit“ jeden Pixel seiner Bilder nacheinander.
Was in der Ausstellung versammelt ist, kommt einer Werkschau nahe: eine Vielzahl von Klangmaschinen, Teile von Bühnenbildern, dazu Fotografien, Drucke und Pappcomics.
Ein Werk aus Handkurbel-Brotschneidemaschinen wird Portmanteau speziell für diesen Ort entwickeln: Denn wo heute die Pasinger Fabrik beheimatet ist, war einst das Stammhaus der Ritterwerke, in dem von 1912 bis 1982 Haushaltsgeräte produziert wurden.
An vielen Tagen sind die Künstler selbst vor Ort, führen durch die Räume und bespielen Teile der Werke. Wer wissen möchte, wie eine Brotschneidemaschine klingt, wenn sie kein Brot mehr schneidet, kommt vorbei, wirft eine Münze ein und hört zu.
Geeignet für Spielkinder von 0–99.
Bild: Teil des disassemble ensembles
Galerie
08.10.2026 – 14.03.2027
Vernissage: Do, 08.10.2026 19 Uhr
Öffnungszeiten Ausstellung:
Di – Sa 15.00 – 19 Uhr
So 14.00 – 18.00 Uhr
Eintritt: 8,00 Euro / 5,00 Euro
Geschlossen: 24.12.2026 – 01.01.2027