KOHLHAAS – Eine Produktion der Tollhaus Theater Compagnie
KOHLHAAS
Basierend auf dem Stück Ego Shooter – Michael Kohlhaas von Peter Raffalt
Eine Produktion der Tollhaus Theater Compagnie
»An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des 16. Jahrhunderts, ein Roßhändler …« Mit diesen Worten beginnt Heinrich von Kleists Erzählung »Michael Kohlhaas«, die dieser Theaterproduktion zugrunde liegt. Was aber hat uns eine Novelle aus dem Jahr 1810 über einen Pferdehändler, der vor über vierhundert Jahren lebte, heute zu sagen? Die Antwort liegt vielleicht in der knappen Charakterisierung des Kohlhaas, mit welcher der zitierte Satz endet: » … einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.«
Michael Kohlhaas, ein angesehener Pferdehändler, lebt ein Leben in Recht und Ordnung, bis er von einem Adligen auf skrupellose Weise um zwei Pferde betrogen wird. Sein vergeblicher Versuch, Gerechtigkeit durch die offiziellen Kanäle zu erlangen, lässt in ihm eine unbändige Wut und den Drang zur Selbstjustiz erwachen. Der gerechte Zorn verwandelt sich in selbstgerechte Rache. Kohlhaas` beispielloser Feldzug gegen die Obrigkeit steht einerseits symbolisch für den Kampf gegen ein ungerechtes System. Andererseits auch für die Bereitschaft, in diesem Kampf die Rechtschaffenheit preiszugeben und das gekränkte Ego über das Recht, die Gemeinschaft und die eigene Menschlichkeit zu stellen.
In einer Gesellschaft, in der Wutbürgertum und Shitstorms, körperliche Attacken auf Politiker und die Sehnsucht nach radikalen Lösungen überhandnehmen, stellt sich die Frage: Wie weit gehen wir selbst, wenn uns echtes oder vermeintliches Unrecht widerfährt oder wir uns ungerecht behandelt fühlen? Inwieweit sind wir alle rechtschaffen und entsetzlich zugleich? Sind Selbstgerechtigkeit und Rechtschaffenheit zwei Seiten einer Medaille?
Grundlage für die Inszenierung der Tollhaus Theater Compagnie ist Peter Raffalts Bühnenadaption Ego Shooter – Michael Kohlhaas, die der Autor selbst 2013 im Burgtheater in einer dreidimensionalen Computerspiel-Oberfläche inszeniert hat. Die Tollhaus-Produktion verzichtet auf die Umsetzung dieser Inszenierungs-Ästhetik, behält aber die Struktur von Raffalts Stück bei. In rasch wechselnden Erzähl- und Spielsequenzen befragt die Inszenierung die Geschichte von Michael Kohlhaas auf Aktualität und ihre Bedeutung für heute.
Es spielen:
Ulrike Auras, Sebastian Bernhard, Jonathan Noé, Antje Wabnitz, Barbara Wankerl, Siri Zoé Widmann
Licht:
Jo Hübner, Cornelia Kühnel
Video:
Anton Demarczyk
Bühne:
Cornelia Kühnel
Kostüme, Maske, Choreografie:
Anna-Verena Rapp
Regie:
Christian Auras
Theater
So. 3.11
18 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt: 18,-
Ermäßigt: 12,-
weitere Vorstellungen:
Do. 7.11, Fr. 8.11, Sa. 9.11, 20 Uhr und So. 10.11, 18 Uhr
Karten für die Veranstaltungen der Pasinger Fabrik sind an der Kasse der Pasinger Fabrik, bei allen an MünchenTicket angeschlossenen Vorverkaufsstellen, sowie als Print-at-home-Tickets erhältlich.
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