Es ist ein Geben und Nehmen, wenn der Berliner Matthias Binner und der Münchner Stefan Noelle zum Doppelkonzert antreten. Songs fliegen wie Pingpong-Bälle über die geteilte Bühne. Was der eine vorlegt, spielt der andere zurück. Und immer wieder wird gemeinsame Sache gemacht: Ein Leichtes, wenn Klavier, Gitarre und Percussion zur Unterstützung bereitstehen!
Die beiden eint der scharfe Blick für das Bemerkenswerte des Alltags und die Fähigkeit, alles in bilderhafte Lieder zu verwandeln. Sie erzählen vom Kleinen, von kaputten Waschmaschinen, geklauten Tretbooten und duftender Bouillabaisse, und sie finden darin das Große – Liebe, Aufbruch und Lebenslust, Vergänglichkeit und Tod.
Geschliffen in der legendären Songwriter-Schule SAGO und in Jahrzehnten voller Bühnenmusik spielen sich diese Liebhaber des Augenzwinkerns die Bälle zu. Ein mitreißender, ein hinreißender Abend!
„Schlicht und ergreifend ohrwurmflott!“ (Der Tagesspiegel) „Ein Collier voller Juwelen“ (AZ München)
Matthias Binner ist seit Jahren Gastgeber des SAGO Song Salon in der Berliner „Bar jeder Vernunft“. Gemeinsam mit Sebastian Krämer lädt er hier regelmäßig Gäste ein, die oft zum SAGO-Kreis gehören (siehe unten). Als Pianist ist er ein gesuchter Begleiter (u.a. für Maren Kroymann) und musikalischer Leiter diverser Bühnenproduktionen wie dem David-Bowie-Musical „Lazarus“. Er ist einer der maßgeblichen Christof-Stählin-Schüler, die dessen „Liedermacherschule auf Gegenseitigkeit“ weiterführen.
Mit SAGO betitelte der Liedermacher, Satiriker und Autor Christof Stählin (1942 – 2015) seine Liedermacherschule, die er seit den 80er-Jahren betrieb. Um die Fragen zu beantworten, was einen guten Liedtext auszeichnet und wie man ihn schreiben sollte, entwickelte er im Laufe der Zeit eine Sammlung bildhafter Beispiele. Diese dienten und dienen bis heute vielen bekannten Liedermacherinnen und Textern als Referenz beim Schreiben. Dazu gehören etwa der Klavierkabarettist Bodo Wartke, Dota Kehr oder Judith Holofernes (Wir sind Helden). Die alten Küchenschubladen, auf denen „Mehl“, „Kaffee“ oder „Reis“ stand, enthielten oft das, was draufstand – bis auf die „Sago“-Schublade. In der sammelten sich Gummibänder und Stifte, Bleistiftspitzer, Fingerhüte und überhaupt alles, was sonst nirgends hingehörte. Auf diese Dinge den Blick zu richten, war ein Anliegen Christof Stählins, daher der Name der Schule. Ehemalige Absolventen und Schülerinnen führen SAGO heute weiter.
Stefan Noelle ist seit Jahren als kreativer Multitasker der Münchner Szene bekannt. Hauptberuflich als Schlagzeuger und Percussionist in Jazz und Worldmusic unterwegs, fand er erst spät zum Schreiben eigener Lieder. Der Kontakt zu SAGO war ein wichtiger Wegweiser auf diesem Pfad. Sein Album „Wie es mich zieht“ feierte die Presse als „Meisterwerk“ (SZ). Er schreibt Musik für Theater und Film, erhielt eine Nominierung zum Deutschen Filmpreis und ist Träger des Musikförderpreises der Stadt München. Seine Nachbarschafts-Jazzreihe Be My Guest besteht aktuell in der 13. Saison.