TRIO – Elshan Ghasimi & Philipp Püschel & Joss Turnbull
Schahnameh (dt. “Buch der Könige“) ist eines der berühmtesten Werke der Weltliteratur und erzählt die Geschichte und Entstehung der persischsprachigen Welt. Das neugegründete Trio „Elshan Ghasimi & Philipp Püschel & Joss Turnbul“ überträgt dieses Epos nun in die Gegenwart und entwickelt daraus ein neues Konzertformat. Elshan Ghasimi ist Sängerin und Virtuosin der persischen Langhalslaute Tar. Gemeinsam mit dem Jazz-Trompeter Philipp Püschel und dem Experimental-Percussionisten Joss Turnbull, die ihre Instrumente durch analoge Effekte und Live-Elektronik erweitern, begibt sie sich in einen Trialog zwischen Tradition und Moderne.
Ausgehend vom „RADIF“, der klassischen persischen Kunstmusik und inspiriert von den Schahnameh-Texten des Autors Abū ʾl-Qāsim Firdausī (940-1020) blickt das Trio aus einer modernen Perspektive auf die östliche Tradition. Durch Jazz, freie Improvisation von Tar, Percussion und Trompete sowie elektronischen Klängen möchten Ghasimi, Püschel & Turnbull in Duo und Trio-Kombinationen auf eine Art interagieren, die das Miteinander und die verschiedenen musikalischen Kulturen reflektiert. Elshan Ghasimi „In her playing […] every phrase is invested with deep thought and grave authority“ – Michael Church, Musics Lost and Found (2021)
Elshan Ghasimi
Elshan Ghasimi (*1981 in Isfahan, Iran) ist eine Virtuosin der persischen Langhalslauten Tar und Setar sowie eine Expertin für persische Kunstmusik. Sie ist eine vielseitige Künstlerin, Komponistin, innovative Performerin und engagierte Pädagogin, deren Werk die Schnittstellen zwischen Tradition und Moderne, Ost und West sowie Musik und anderen künstlerischen Disziplinen erforscht. Tief verwurzelt im Radif, dem Repertoire der klassischen persischen Musik, hat Ghasimi viele Jahre dessen Beherrschung gewidmet und treibt heute dessen Neuinterpretation im zeitgenössischen künstlerischen Kontext voran. Im Alter von 17 Jahren wurde sie das jüngste Mitglied des iranischen Nationalorchesters, womit der Beginn ihrer Karriere markiert wurde. Seit 2016 lebt sie in Deutschland, wo sie weiterhin als Solistin auftritt, komponiert und mit renommierten Ensembles wie Concerto Köln musiziert. Ihr Werk verbindet das persische musikalische Erbe mit vielfältigen Musikgenres, darunter zeitgenössische klassische Musik, Jazz, experimentelle Musik und Alte Musik.
Philipp Püschel (Jazz-Trompete / Kulturmanagement)
Philipp Püschel (*1990 in Hannover) studierte Jazz-Trompete sowie Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Mit seinen Ensembles ROCKET MEN und NORLYZ arbeitet er an der Schnittstelle zwischen Jazz, Fusion & elektronischer Musik. Außerdem spielt er regelmäßig in verschiedenen Ensembles im Jazz & Pop-Bereich, wie z.B. der Techno-Marching-Band MEUTE. Als Komponist schrieb er Musik für TVProduktionen und Tanztheater. Er ist Gründer von JazzLab, einem Hamburger Jazz-Kollektiv, Konzertreihe sowie Musiklabel und prägt damit einen jungen, innovativen Hamburger Jazz-Sound Zuletzt leitete er den neuen Hamburger Konzertsaal „JazzHall“, ist Stipendiat der Claussen-Simon-Stiftung Hamburg (st.ART-up-Förderprogramm) sowie der concerto21-Akademie. Philipp ist Dozent an der Hamburger Musikhochschule für den Bereich „Künstlerische Profile“ & Musikmanagement.
Joss Turnbull
Der Perkussionist Joss Turnbull spielt auf der iranische Kelchtrommel Tombak. Mit dem Gebrauch von Gummibällen, Tremmolo-stick, Folien und Live-sampling findet er zu einer expressiven Musik, abseits von musikalischen Orientklischees und entgegen aller Hörgewohnheiten. Sein erstes Solo Album „Isturnbull“ veröffentlichte er 2013. Es folgten Konzerte als Solist und mit international renommierten Musikern auf dem Shubbak Festival im Londoner Barbican, „Irtijal“ für experimentelle Musik Libanon 2015 in Beirut, Al Hamra Theatre Damascus Syrien, mit Tarek Atouis „Revisting Tarab“ bei Sharjah Art Foundation uvm. Auf Deutschlandradio Kultur wurde er als „einer der spannendsten Perkussionisten seiner Generation“ vorgestellt und erhielt 2015 einen Preis der GBG Mannheim in der Kategorie Solo-Künstler sowie ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.