HÖRBILDER – akustisches Kino
Sogenannte Audiofilme gewinnen mehr und mehr Fans. Kino zum Hören. „Gezeigt“ wird als Tonspur ein aufwändig produziertes Radio-Feature, dazu kommen auf der Leinwand ausgewählte Fotos. Und das alles im abgedunkelten Raum. Ein ganz besonderes Erlebnis.
Moritz Holfelder war viele Jahre lang als Radiojournalist und Autor beim Bayerischen Rundfunk tätig. Ihn faszinierte von Anfang an die Möglichkeit, mit Text, Stimmen, Tönen, Geräuschen und Musik innere Bilder entstehen zu lassen. Für ihn ist der Hörfunk ein durchwegs visuelles Medium.
Mit seinen Hörbildern (meist eine knappe Stunde lang) geht er nun experimentell einen Schritt weiter: Was passiert, wenn man sie an einem Ort der absoluten Konzentration aufführt? Und noch dazu mit Fotos kombiniert? Eben nicht mit bewegten Bildern, sondern mit speziell für die Situation des Hörens gemachten Aufnahmen. Als Radiomensch und Fotograf führt Holfelder zwei Ebenen zusammen, Ton und Lichtbild, und kombiniert sie überraschend – will erproben, ob und wie sie sich vertragen. Dabei tauchen die Aufnahmen von Drehorten, beschriebenen Situationen sowie sogenannte Filmstills nicht auf der Leinwand im üblichen Montagerhythmus des Kinofilms auf, sondern stehen länger – mitunter mehrere Minuten lang. Das Bild entwickelt ein Eigenleben. Durch die Dynamik der Tonspur verändert es sich, entfaltet plötzlich neue Ebenen und lädt die Zuschauer zu einem assoziativen Betrachten ein. Holfelders Hoffnung: Die Intensität des Akustischen kann durch das sogenannte Hörkino noch gesteigert werden.