Lebensfreundschaft – Dokumentarfilm von Franz Stepan
Dokumentarfilm von Franz Stepan, 90 Min., Deutschland.
Der Film zeichnet ein ungewöhnliches Portrait zweier kreativer Legenden, die eine über 60-jährige Freundschaft eng verbindet: des Architekten Prof. Fritz Auer, 92, und des vor allem im Mobiliätsbereich tätigen Industriedesigners Hans A. Muth, 90. Zwei Kreative, die international gearbeitet haben, deren bekannteste Werke aber in München in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander zu bewundern sind – im Olympiapark und im BMW Museum.
Zwei Zeitzeugen voller Energie und Ideen, die in ihren emotionalen Erzählungen Architektur und Design vor dem Hintergrund einer bewegten Geschichte miterleben lassen. Zwei Freunde, deren Lebenswege sie immer wieder in München zusammengeführt haben. Olympiapark und BMW Hochhaus – zwei markante Schauplätze der erzählenswerten Karriere von Fritz Auer und Hans A. Muth, dessen aus heutiger Sicht erstaunliche Schilderung seines Aufstiegs bei BMW ein erinnernswertes Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte festhält, bevor das Universaltalent Muth in Japan Zeichen setzt.
Das Kernstück der Dokumentation: Planung, Bau und nacholympische Nutzung des Olympiaparks und seiner Bauten. Eine fesselnde Hommage, die Münchens und Bayerns mutige Entscheidung für Olympia 72 wieder in den packenden Berichten von Fritz Auer lebendig werden lässt, mit dem berühmtesten Zeltdach der Welt und einem einzigartigen gestalteten Landschafts- und Benutzerpark, in dem laut SZ „Wagemut und Wahnsinn ein Wunder geformt haben“.
Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Franz Stepan.
„Ein grandioser Film. Das Publikum wird ihn lieben.“
Prof. Gerhard Matzig – Leitender Redakteur Feuilleton SZ
„Ohne Übertreibung: Der Film ist ein Werk für die Ewigkeit geworden. Jede Szene hatte Substanz, nichts war überflüssig oder langweilig.“
Roland Haase, Heimatforscher
Filmstills©Franz Stepan
Die Protagonisten – zwei starke Charaktere
Architekt Prof. Fritz Auer
Jahrgang 1933, geboren in Tübingen, wurde nach dem Studium in Stuttgart und den USA Partner bei dem nur wenige Jahre älteren Günter Behnisch, als einer der Olympiaarchitekten wesentlich mitverantwortlich für die Teilnahme des Stuttgarter Büros sowie für Entwurf und Planung des Münchner Olympiaparks. Auer war im Team verantwortlich für das Zeltdach. „Wir hatten bei der Abgabe des Entwurfs keine Ahnung, ob und wie sich so etwas überhaupt bauen lässt.“ In Rekordzeit von nur 4 Jahren wird aus einer höchst umstrittenen Vision ein Symbol für die junge deutsche Demokratie und ein modernes Wahrzeichen für München.
Nach den Spielen machen sich Auer und sein Freund Carlo Weber mit Auer Weber Architekten selbstständig. Es entstehen markante Bauten wie das preisgekrönte, japanisch inspirierte Landratsamt Starnberg, der ZOB oder die U-Bahnstation Westfriedhof in München, aber auch bekannte Landmarken in Deutschland und Frankreich sowie das durch den James Bond Film „Ein Quantum Trost“ berühmte ESO-Hotel in der chilenischen Wüste.
Der topfitte Auer treibt täglich Sport, schwimmt, fährt Rennrad, ist ständig auf der Suche nach weiteren beruflichen und sozialen Aktivitäten und widmet sich seiner großen Familie.
Designer Hans A. Muth
Jahrgang 1935, geboren in Rathenow/Mark Brandenburg hat ein abenteuerliches Leben geführt. Aus einer vermögenden Familie stammend, verliert der junge Muth zum Ende des Krieges seine Mutter, die vor seinen Augen erschossen wird. Später trifft ihn mit dem bei einem Autounfall ums Leben kommenden jüngsten Sohn ein zweiter Schicksalsschlag.
Der gelernte Werkzeugmacher Muth wird Grafik- und Industriedesigner. Über Mercedes kommt er zu Ford, arbeitet in Deutschland, England und den USA, wird Interieur-Designer und Motorrad-Designchef bei BMW. Muth designt Ikonen der Motorradgeschichte, rettet mit seiner Idee für die Enduro BMW Motorrad und wechselt nach Differenzen in München zu Suzuki in Japan.
Neben der berühmten Katana designt er mit seinem legendären Mut zum kreativen Risiko Mode, Hubschrauber, Golfschläger, Schmuck, Uhren und Fotokameras.
Muth ist im Gegensatz zu seinem bodenständigeren Freund Fritz „eine Rampensau“, ein Entertainer, der perfekt Menschen und ihre Eigenheiten in seiner Darstellung lebendig werden lässt. Sein Werk wurde u. a. im New Yorker Guggenheim Museum of Art in der Ausstellung „The Art of Motorcycle“ gewürdigt.