Ausstellungen

Allgemeine Informationen zu den Ausstellungen finden Sie hier

 

Feb
22
Do
2024
WIE WIR WURDEN, WAS WIR SIND / GENERATION TRANSMISSION PICTURED @ Pasinger Fabrik
Feb 22 um 16:00 – Mrz 24 um 20:00


AUSSTELLUNG

GENERATION TRANSMISSION, PICTURED
BILDER UND COLLAGEN VON NANA DIX, ANJA FRERS UND USCHI SIEBAUER

VERNISSAGE
21.2.2024
19 Uhr

AUSSTELLUNG
22.2. – 24.3.2024
P.ART Galerie
Öffnungszeiten:
Di – So, 16 – 20 Uhr
Eintritt: 6,- €
Ermäßigt: 4,- €

Die Geschichte unserer Gesellschaft ist mit der Tatsache vertraut, dass nachfolgende Generationen jeweils durch inhumanes und kriegerisches Agieren der Väter und Mütter betroffen sind beziehungsweise deren Folgen ertragen. Das Alte Testament spricht „von der Weitergabe der Väter Missetat an die Kinder bis ins dritte und vierte Glied“, Freud bezeichnete diesen Prozess als „Gefühlserbschaft“.
Die drei Münchner Künstlerinnen Nana Dix, Anja Frers und Uschi Siebauer widmen sich in ihrer Ausstellung dem Thema der transgenerationalen Weitergabe. Sie repräsentieren die dritte (indirekt) betroffene Kriegsgeneration (Generation Transmission). Die Künstlerinnen bewegt die Frage, wie Krieg, nationalistische Ideologie, christliche Tradition und autoritäre Erziehungsideale ihre Eltern und ihre Großeltern geprägt haben und welche dieser Traumata und Muster sie bis heute in sich tragen. Dafür öffneten sie die Fotoalben ihrer Familien und brechen so das „konspirative Schweigen“. Die Bilder der Künstlerinnen erzählen ihre persönliche Geschichte – sie werfen einen Blick auf übertragene Schatten und Muster, sie suchen nach dem Ungesagten und zeigen das Offensichtliche. Sie nutzen dafür bearbeitete Bilder, manuelle Collagen, digitale Fotocollagen, Übermalungen und diverse andere Techniken.

Im Oktober 2022 erschien der durch eine Crowdfunding Kampagne finanzierte Bildband „Generation Transmission, Pictured“ mit den Arbeiten von Nana Dix, Anja Frers und Uschi Siebauer. Bildband und Ausstellung beleuchten einen größeren generationalen Horizont und beschreiben, auf welchen unbewussten Wegen die oft verschwiegenen Geschichten und die traumatischen Erfahrungen der Eltern in das Leben ihrer Kinder und Enkelkinder Eingang gefunden haben.

Uschi Siebauer, Mademoiselle 2022

Anja Frers, Oma und Oma, Olympiaturm 1972. Digitale Collage 2020

Nana Dix, Shut Up, Collage 2021

FÜHRUNGEN

05.03.2024     19.00 Uhr
P.ART Galerie
Stefan-Maria Mittendorf M.A., Kunsthistoriker im Gespräch mit der Künstlerin Uschi Siebauer
Eintritt: 6,00 € / 4,00 €
Führung frei!

12.03.2024      19.00 Uhr
P.ART Galerie
Stefan-Maria Mittendorf M.A., Kunsthistoriker im Gespräch mit der Künstlerin Nana Dix
Eintritt: 6,00 € / 4,00 €
Führung frei!

15.03.2024      19.00 Uhr
P.ART Galerie
Stefan-Maria Mittendorf M.A., Kunsthistoriker im Gespräch mit der Künstlerin Anja Frers
Eintritt: 6,00 € / 4,00 €
Führung frei!

RAHMENPROGRAMM

KINDERTRANSPORT


Englischsprachiges Schauspiel

KINDERTRANSPORT ist der Name einer britischen Rettungsmission, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs über 10.000 jüdische Kinder aus verschiedenen Ländern in Pflegeheimen und -familien unterbringt, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren. Das Stück erzählt die Geschichte eines deutsch-jüdisches Mädchens, das kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von ihren Eltern mit einem dieser Transporte nach England geschickt wird. Jahre später hat sie ihren Namen geändert und verleugnet ihre Wurzeln. Als ihre Tochter schließlich alte Fotos auf dem Dachboden entdeckt, ist sie gezwungen, sich der Wahrheit zu stellen.
Das English Theatre Frankfurt ist das größte englischsprachige Theater in Kontinentaleuropa.

Schulvorstellungen
31.1.2024
10 Uhr
Eintritt Schulvorstellung: 10,- €
Anmeldung: c.hueffer@pasinger-fabrik.com

Abendvorstellung
31.1.2024
19 Uhr
Wagenhalle
Eintitt: 20,- €
T I C K E T S

 

DIE EREIGNISSE


von David Greig
Ein Gastspiel des Residenztheaters München

Claire Fletcher, Seelsorgerin in einer Kleinstadt, wird Zeugin und Opfer einer unbegreiflichen Tat: Während einer Probe des von ihr geleiteten Gemeindechors tötet ein junger Mann mehrere Chormitglieder. Mit diesem Amoklauf zielt der Täter bewusst auf eine Gruppe, die gegründet wurde, um sozial Benachteiligten, AsylbewerberInnen und ImmigrantInnen einen Ort der Gemeinschaft zu bieten. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Toleranz, Offenheit und Solidarität, die Grundfesten von Claires Gemeindearbeit, sind angesichts dieses radikalen Gewaltaktes erschüttert. Dennoch versucht Claire auch weiterhin, den traumatisierten Chor mit ihrem Einsatz zu verbinden.
In jeder Vorstellung tritt ein anderer Münchner Chor auf. Bei diesem Gastspiel des Residenztheaters München ist es der Stephanus Voices Gospel Chor.
Inszenierung und Raum: Daniela Kranz, Kostüme: Anna Gillis, Musikalische Leitung: Stephen Delaney, Licht: Gerrit Jurda

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit allen Beteiligten statt.
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Theater
10.2.2024
20 Uhr
Wagenhalle
Eintritt: 20,- €
Ermäßigt: 10,- €
T I C K E T S

 

FRAU SCHMIDT UND DAS KIND AUS CHARKIW – Unplugged


von Anne Habermehl
Ein Gastspiel der Münchner Kammerspiele in einer Inszenierung von Anne Habermehl

Ende der vierziger Jahre wagen Martha und Erich Schmidt den Neuanfang, wobei Martha sich nach der Rückkehr ihres Mannes fragt, wer da eigentlich aus der Ukraine zurückgekehrt ist. „Wir können frei reden und denken“, behauptet dieser, was seine Frau jedoch bezweifelt. Auch Brigitte und Armin Schmidt, die viele Jahrzehnte später ein Kind aus Charkiw adoptieren, sehen sich mit der Frage konfrontiert, ob Traumata räumliche und zeitliche Grenzen haben. ‚Frau Schmidt und das Kind aus Charkiw‘ destilliert einen Makrokonflikt am Beispiel zweier Kleinfamilien.

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit der Chefdramaturgin Viola Hasselberg statt.
Theater
14.2.2024
20 Uhr
Wagenhalle
Eintritt: 20,- €
Ermäßigt: 10,- €
T I C K E T S

 

ZIGEUNER-BOXER


Couragiert und mit geistreichem Spott begegnet der begnadete Boxer Johann Wilhelm Trollmann, genannt Ruki, den Schikanen der Nationalsozialisten. Ihn und seinen Freund Hans verbindet die Armut, das Boxen und das Feiern. Als die Zuschauer jedoch damit beginnen Ruki als „Zigeuner“ zu beschimpfen, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Die von Hans rückblickend erzählte Geschichte ist der Bericht eines Gequälten, der vergessen möchte und sich doch erinnern muss.

Rike Reinigers Stück ‚Zigeuner-Boxer‘ wurde 2011 beim Heidelberger Stückemarkt mit dem Preis des Freundeskreises ausgezeichnet.

Eine Produktion der Tollhaus Theater Compagnie.
Theater
28. und 29.2.
20 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt: 16,- €
Ermäßigt: 12,- €
T I C K E T S

 

WIE WIR WURDEN, WAS WIR SIND / Lesung & Podiumsdiskussion


Es geht an diesem Abend um nicht weniger als die Seelenlage der Deutschen, über die der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer mit den Künstlerinnen der Ausstellung ‚Generation Transmission, Pictured´ Nana Dix, Anja Frers und Uschi Siebauer diskutiert.
Moderation: Andrea Kindt
Lesung und Podiumsdiskussion
1.3.2024
20 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt: 10,- € / Ermäßigt: 8,- €
T I C K E T S

 

GENERATION SCHWEIGEN / Lesung & Podiumsdiskussion


Schweigen, Ver-Schweigen, Verwirren; fast achtzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs übt die Shoah immer noch starken Einfluss auf Überlebende und ihre Nachkommen aus. Die transgenerationalen Dynamiken jüdischer Familien sehen sich mit Erwartungshaltungen konfrontiert, die nach einem Schlussstrich oder einer Erweiterung der Debatte in Bezug auf das Leid der Täter verlangen. Bei einem Gesprächsabend zum ‚Erbe‘ der Dritten Generation kommen der Psychologe und Autor Louis Lewitan, die Künstlerin Ilana Lewitan, deren Tochter Joelle sowie der ZEIT-Journalist Stephan Lebert zu Wort.
Moderation: Andrea Kindt
Lesung und Podiumsdiskussion
13.3.2024
20 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt: 14,-€ / Ermäßigt: 10,-€
T I C K E T S

 

MÜTTER, VÄTER UND TÄTER / Szenische Lesung mit Musik


Die Münchner Schauspielerin Michaela Steiger liest aus der neuen Essaysammlung der Erfolgsautorin Siri Hustvedt. So privat sich diese abwechslungsreiche Reise durch unterschiedlichste Facetten des Menschseins präsentiert, so universell ist sie – ein lebenskluger Blick auf Hustvedts Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir funktionieren und was uns als Menschen zusammenhält. Stimmungsvoll begleitet wird Michaela Steiger durch musikalische Improvisationen des Komponisten Michael Armann.
Szenische Lesung mit Musik
15.3.2024
20 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt: 18,-€ / Ermäßigt: 15,- €
T I C K E T S

 

LIEBE ANGST / Dokumentarfilm


Kims Mutter Lore hat als kleines Kind die Shoah überlebt. Angst bestimmt seither ihr Handeln. Als ihre Tochter Kim daran etwas ändern will, begibt sie sich mit ihrer Mutter auf eine Reise gegenseitigen Verstehens. Der viel besprochene Film von Sandra Prechtel zeigt, wie Verschüttetes behutsam geborgen und damit, kurz vor Lores Tod, das Schweigen auf erlösende Weise gebrochen wird.
Dokumentarfilm
20.3.2024
20 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt: 10,-€
Ermäßigt: 8,- €
T I C K E T S

 

KÜNSTLERGESPRÄCH MIT USCHI SIEBAUER


zu GENERATION TRANSMISSION, PICTURED
In Kooperation mit der Münchner Volkshochschule
Kurs MVHS S250030

Anmeldung bei MVHS
Eintritt zur Ausstellung gebührenfrei
Gespräch
22.3.24
17 – 18 Uhr
P.Art-Galerie
Kursgebühr 8,- €

 

GESCHICHTE ALS FAMILIENGESCHICHTE: „WENN WIR HEIMKEHREN“/ Lesung & Podiumsdiskussion


Die Spurensuche innerhalb der eigenen Familie führt die Romanautorin Andrea Heuser in verschiedene Länder und Erinnerungsgeschichten. In poetischer Übersetzung finden sowohl Brüche wie ein von Liebe getragener Neuanfang ihren Ausdruck. Es liest die Autorin Andrea Heuser, gefolgt von einem Publikumsgespräch.
Moderation: Dorothee Lossin

Eine Veranstaltung der MVHS, S244001

Lesung & Podiumsdiskussion
22.3.2024
19 Uhr
P.ART Galerie
Eintritt: 10,-€
Restkarten vor Ort. Auch mit MVHS-Card

Eine interdisziplinäre Ausstellungsreihe der Pasinger Fabrik GmbH in Zusammenarbeit mit Nana Dix, Anja Frers und Uschi Siebauer.

Kuratorische Einrichtung / Rahmenprogramm: Andrea Kindt, Annette Hempfling und Stefan-Maria Mittendorf

 

Mrz
22
Fr
2024
Künstlergespräch – Generation Transmission, pictured @ P.ART Galerie
Mrz 22 um 18:00 – 19:00

KÜNSTLERGESPRÄCH MIT USCHI SIEBAUER


zu GENERATION TRANSMISSION, PICTURED
In Kooperation mit der Münchner Volkshochschule
Kurs MVHS S250030

Anmeldung bei MVHS
Eintritt zur Ausstellung gebührenfrei
Gespräch
22.3.24
17 – 18 Uhr
P.Art-Galerie
Kursgebühr 8,- €

Apr
11
Do
2024
Vernissage TANZEN MIT DEM FEIND @ P.ART Galerie
Apr 11 um 19:00 – 22:30

TANZEN MIT DEM FEIND
Die Geschichte einer unbeugsamen Frau

12.04.2024 – 19.05.2024
P.ART Galerie
Kuratoren: Paul Glaser und Stefan-Maria Mittendorf
Vernissage: Do, 11.04.2024, 19.00 Uhr
Eintritt frei
Tanz Solo „Bolero“ mit Rosalie Wanka

Öffnungszeiten: ab 12.04.2024
Di – So 16.00 – 20.00 Uhr
Eintritt: 6,00 Euro / 4,00 Euro

Tanzen mit dem Feind – Die Geschichte

Das Leben der niederländischen Auschwitz-Überlebenden Roosje Glaser (1914-2000) steht im Mittelpunkt der dokumentarischen Ausstellung „Tanzen mit dem Feind“. Bei einem Besuch im Konzentrationslager Auschwitz im Jahr 1987 stößt der in Maastricht geborene und als Kind einer katholischen Familie aufgewachsene Paul Glaser auf einen Koffer, auf dem sein Familienname steht. Durch diesen Zufall entdeckt er neben seinen jüdischen Wurzeln auch die Lebensgeschichte seiner innerhalb der Familie verschwiegenen Tante Roosje.

Roosje wurde 1914 in Nijmegen geboren. Sie galt als eine emanzipierte und temperamentvolle Frau und leitete mehrere Tanzschulen, als die Nationalsozialisten 1940 die Niederlande besetzten. Als ihr Ehemann Leo sie als Jüdin denunzierte, begann Roosjes Leidensweg durch insgesamt sieben Konzentrationslager. Wieder und wieder wurde sie durch weitere „Freunde“ verraten und landete 1943 schließlich in Auschwitz. Nachdem Roosje 1945 medizinische Experimente, Folter und selbst zahllose Todesmärsche überlebt hatte, ging sie nach Stockholm und begann dort ein neues Leben.

Roosje Glaser war keine bekennende Jüdin, keine Widerstandskämpferin, die für ihre Ideale den Kopf hinhielt. Vielmehr zeichnet die Ausstellung die Geschichte einer unbeugsamen Frau nach, die mit dem Mut der Verzweiflung kämpfte. Für ihr Überleben spielten Musik und Tanz eine tragende Rolle. Tanzen bedeutete für Roosje ‚Leben‘; den, das Lager Auschwitz grausam Leitenden gab sie Unterricht in Standardtänzen. Anhand von Briefen, Tagebüchern, Dokumenten, originalen Fotoalben und Filmfragmenten werden Tragik und Zerrissenheit, aber auch die Leidenschaft der historischen Figur Roosje Glaser sichtbar. Durch ein multimediales Ausstellungsdisplay mit originalen Exponaten, atmosphärischen Gegenständen und Möbeln wird die damalige Zeit erlebbar. Neben der Biografie der furchtlosen Roosje wird aber auch anschaulich, dass „Auschwitz“ bis in die Lebensgeschichten der folgenden Generationen hineinreicht.

Grundlegend für die Ausstellung ist die 2015 auf Deutsch im Aufbau-Verlag erschienene Biografie „Die Tänzerin von Auschwitz“, die ihr Neffe Paul Glaser aus Roosjes Tagebüchern, Briefen und anderen Schriftstücken zusammenstellte. Die Ausstellung ist vom Museum „Herinneringscentrum Kamp Vught“ (Erinnerungszentrum Lager Herzogenbusch) erstellt worden. Die Ausstellung und ein umfangreiches Rahmenprogramm lassen uns darüber nachdenken, wie wir uns als „Zweitzeugen“ aufstellen und gegensteuern, wenn Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus in unserer heutigen Gesellschaft wider erschreckende Ausmaße annehmen. (Stefan-Maria Mittendorf, Kurator)

Wie wir wurden, was wir sind
Interdisziplinäre Ausstellungsreihe über neue Formen der Erinnerungskultur 21.02. – 19.05.2024

In den Ausstellungen Generation Transmission, Picturedund „Tanzen mit dem Feind“, welche die Pasinger Fabrik unter dem Titel „Wie wir wurden, was wir sind“ zusammenfasst, beschäftigen sich sowohl bildende wie darstellende KünstlerInnen aus einander gegenüberliegenden Perspektiven mit prägenden Mustern nachfolgender Täter- wie Opfer Generationen. Worüber wurde in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, der Shoah gesprochen und worüber wurde geschwiegen. Diese Erbschaft zwischen den Generationen lebt weiter als Geschichte in jedem von uns und bildet den Kern dessen, dem sich die Pasinger Fabrik, begleitet von einem reichhaltigen Rahmenprogramm, widmet.

Apr
12
Fr
2024
TANZEN MIT DEM FEIND @ P.ART Galerie
Apr 12 um 16:00 – Mai 19 um 20:00

TANZEN MIT DEM FEIND
Die Geschichte einer unbeugsamen Frau

12.04.2024 – 19.05.2024
P.ART Galerie
Kuratoren: Paul Glaser und Stefan-Maria Mittendorf
Vernissage: Do, 11.04.2024  19.00 Uhr
Öffnungszeiten: ab 12.04.2024
Di – So 16.00 – 20.00 Uhr
Eintritt: 6,00 Euro / 4,00 Euro

Tanzen mit dem Feind – Die Geschichte

Das Leben der niederländischen Auschwitz-Überlebenden Roosje Glaser steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Tanzen mit dem Feind“. Bei einem Besuch im Konzentrationslager Auschwitz im Jahr 1987 stößt der 1947 in Maastricht geborene und als Kind einer katholischen Familie aufgewachsene Paul Glaser auf einen Koffer, auf dem sein Familienname steht. Durch diesen Zufall entdeckt er neben seinen jüdischen Wurzeln die Lebensgeschichte seiner Tante Roosje, die jahrelang innerhalb der Familie verschwiegen wurde.

Roosje wurde 1914 in Nijmegen geboren. Sie galt als eine emanzipierte und temperamentvolle Frau und leitete erfolgreich mehrere Tanzschulen, als 1940 die Nationalsozialisten die Niederlande besetzten. Die NS-Herrscher zwangen sie in die Illegalität. Als ihr Ehemann Leo sie verriet, begann Roosjes Leidensweg durch sieben Konzentrationslager. Wieder und wieder wurde sie durch weitere „Freunde“ verraten und landete 1943 in Auschwitz. Nachdem Roosje 1945 selbst die Todesmärsche, auf denen sie mit zahllosen anderen Häftlingen von KZ zu KZ getrieben wurde, überlebte, ging sie nach ihrer Rettung durch das schwedische Rote Kreuz nach Stockholm und begann dort ein neues Leben.

Roosje Glaser war keine bekennende Jüdin, keine Widerstandskämpferin, die für ihre Ideale den Kopf hinhielt. Vielmehr zeichnet die Ausstellung die Geschichte einer unbeugsamen Frau nach, die mit dem Mut der Verzweiflung um ihr Leben kämpfte. Für ihr Überleben spielten Musik und Tanz eine tragende Rolle. Tanzen bedeutete für Roosje Überleben. Anhand von Briefen, Tagebüchern, Dokumenten, originalen Fotoalben und Filmfragmenten wird die Tragik und Zerrissenheit, aber auch die Leidenschaft der historischen Figur Roosje Glaser sichtbar. Durch ein multimediales Ausstellungsdisplay mit innovativen Bauelementen sowie mit vielen originalen Exponaten und atmosphärischen Gegenständen und Möbeln wird die damalige Zeit erlebbar. Neben der Biografie der furchtlosen Roosje Glaser wird durch die Ausstellung aber auch anschaulich, dass „Auschwitz“ bis in die Lebensgeschichten der folgenden Generationen hineinreicht.

Grundlegend für die Ausstellung ist die 2015 auf Deutsch im Aufbau-Verlag erschienene Biografie „Die Tänzerin von Auschwitz“, die ihr Neffe Paul Glaser aus Roosjes Tagebüchern, Briefen und anderen Schriftstücken zusammenstellte. Die Ausstellung ist vom Museum „Herinneringscentrum Kamp Vught“ (Erinnerungszentrum Lager Herzogenbusch) erstellt worden. Die Ausstellung und ein umfangreiches Rahmenprogramm lassen uns darüber nachdenken, wie wir uns als „Zweitzeugen“ aufstellen und gegensteuern, wenn Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus in unserer heutigen Gesellschaft wider erschreckende Ausmaße annehmen. (Stefan-Maria Mittendorf, Kurator)

FÜHRUNGEN
P.ART Galerie

Ausstellungsführung für Schulklassen
Paul Glaser erzählt die Geschichte seiner Tante Roosje und wie er das Familiengeheimnis entdeckte
Eintritt und Führung für SchülerInnen frei!
Vorherige Anmeldung erbeten unter: s.mittendorf@pasinger-fabrik.com
Do, 25.04.2024  11.00 Uhr
Do, 25.04.2024  14.00 Uhr

Umfangreiches Lernmaterial für Lehrer*innen und Schüler*innen in deutscher Sprache zu den Themen „Verrat und Widerstand als Haltung und Tat“ sowie  „Über das Leben in Westerbork und Auschwitz“ findet sich auf der Bildungsplattform der Roosje Glaser Foundation unter nachfolgendem Link:
https://www.roosjefoundation.org/docenten

Außerhalb der Öffnungszeiten Di – Fr 10 – 16 Uhr können Schulklassen in Begleitung die Ausstellung besuchen. Anmeldung erbeten unter:
s.mittendorf@pasinger-fabrik.com

Inklusive Ausstellungsführung
Paul Glaser und Kurator Stefan-Maria Mittendorf führen im Gespräch durch die Ausstellung „Tanzen mit dem Feind“. Verdolmetschung in deutsche Gebärdensprache.
Eintritt: 6,00 Euro / 4,00 Euro
Führung frei!
Do, 25.04.2024  18.00 Uhr

ROOSJES DANSSCHOOL – TANZUNTERRICHT IN DER GALERIE DER PASINGER FABRIK

Roosje Glaser führte bis zur Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten das Leben einer unternehmungslustigen und emanzipierten Frau, die erfolgreich eine Tanzschule führte und an Tanzturnieren in ganz Europa teilnahm.
Als Hommage an „Roosjes dansschool“ richten wir eine temporäre, die Ausstellung begleitende Tanzschule für Sie ein.
Auf dem Programm: Vintage, Lindy Hop, Standardtanz, Argentinischer Tango
Programm Roosjes Dansschool Pasinger Fabrik
Machen Sie mit!

 

RAHMENPROGRAMM

EMPFÄNGER UNBEKANNT / Szenische Lesung

von Kathrine Kressman Taylor in der Theaterfassung von Heidi Zernig.
„Man darf über diese Geschichte nicht sprechen – zumindest nicht mit denen, die sie noch nicht gelesen haben!“, heißt es über diesen 1938 erstmals veröffentlichten Roman, der in bewegender Schlichtheit die dramatische Entwicklung einer Freundschaft in wechselvollen Zeiten erzählt: „Was heute anderen widerfährt, kann morgen dir passieren“, lautet die Botschaft der ehemals besten Freunde Max und Martin, die sich an diesem Abend, gespielt von Michael von Au und Stefan Wilkening, auf immer verlieren.
Sa, 20.04.2024  20.00 Uhr
Kleine Bühne
Szenische Lesung
Eintritt: 18,00 Euro / 15,00 Euro
Ticket

UND DOCH SO WAR ES / Szenische Lesung

Ich sollte nicht leben.
Es ist ein Fehler.
Ich wurde am 12. Januar 1930 geboren. Dreimal sollte der Tod mich ereilt haben. Die Gründe, warum ich überlebt habe, sind in dem Verlangen zu sehen, meine Geschichte zu erzählen.
Die durch Film und Bühne bekannten Schauspieler Max Herbrechter und Philip Henry Brehl führen ein berührendes Zwiegespräch zwischen dem jungen, in den Lagern von Auschwitz und Dachau Unmenschliches erduldenden und schließlich älteren Überlebenden Leslie Schwartz.
Nun bin ich 80. Wenn ich erzählen will, so muss es jetzt sein.
Di, 23.04.2024  20.00 Uhr
Kleine BühneSzenische Lesung
Eintritt: 18,00 Euro / 15,00 Euro
Ticket

FORMEN DER ERINNERUNGSKULTUR IN ZEITEN VON RECHTSPOPULISMUS / Podiumsdiskussion

Ein Rückblick auf die erinnerungskulturellen Debatten zeigt, dass diese in der Vergangenheit vornehmlich innerhalb des „herkunftsdeutschen“ Kollektivs geführt wurden. In der heutigen postmigrantischen Gesellschaft muss die Deutungshoheit über die NS-Vergangenheit in Deutschland zwingend neu verhandelt werden. Die Notwendigkeit einer inklusiven postmigrantischen Erinnerungskultur, die alle Menschen in der Gesellschaft anspricht, unabhängig von ihrer Herkunft und ohne moralische Selbsterhöhung, soll in der Diskussion erörtert werden. Eine postmigrantische Erinnerungskultur sollte Auschwitz nicht nur „zur Signatur eines ganzen Zeitalters“ werden lassen, wie Jürgen Habermas schrieb. „Sie soll auch als Kompass für humanistische und universalistische Identifikationen funktionieren“.
Podium:
Felizitas Raith M.A., Historikerin, Pädagogisch Leitung Max Mannheimer Studienzentrum
Micky Wenngatz, Stadträtin, Vorsitzende von „München ist bunt! e.V.“
Paul Glaser, Autor und Neffe, Roosje Glasers
Moderation: Sabine Brantl, Leitung Archiv Haus der Kunst
Mi, 24.04.2024  19.00 Uhr
P.ART Galerie / Podiumsdiskussion
Eintritt: 10,00 Euro / 8,00 Euro
Ticket

BENT – Ein Film von Sean Mathias

Berlin 1934: Kurz vor dem sogenannten „Röhm-Putsch“ feiern der junge Brite Max und sein Freund Rudy in Gretas Club eine letzte rauschende Party. Nach der berüchtigten „Nacht der langen Messer“ werden Max und Rudy auf der Flucht gefasst. Im Zug nach Dachau lernt Max durch den Mitgefangenen Horst, wie die „neue Ordnung“ einzuhalten ist. Um zu überleben, tut er, was die Gestapo verlangt, und beteiligt sich an der Tötung seines Geliebten. Trotz erlittener Qualen und strengster Bewachung, gelingt es Max und Horst im Laufe ihrer KZ-Haft, Liebe füreinander zu empfinden.
Das Theaterstück „Bent“ von Martin Sherman wurde nach seiner Premiere 1979 ein großer Erfolg. Für die Filmadaption besetzte der Regisseur Sean Mathias den damals weitgehend unbekannten Clive Owen. In weiteren Rollen sind u.a. Ian McKellen als „Max“ schwuler Onkel, Mick Jagger als alternde Drag Queen und Nikolaj Coster-Waldau als blonder SA-Mann zu sehen.
GB/JPN, 1997, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln im Verleih von Salzgeber
FSK 16 Jahre
Di, 30.04.2024  19.00 Uhr
Kleine Bühne / Film
Eintritt: 10,00 Euro / 8,00 Euro
Ticket

PINK LADY MIT ROSALIE WANKA UND MILONGA FÜR ALLE


Tanzsolo von und mit Rosalie Wanka ausgezeichnet mit dem Preis für die beste Kreation beim Solocoreografico Festival Torino 2022
Rosalie Wanka spielt mit Elementen soziokultureller Herkunft und Genderidentität und kreiert im Tanz eine Identität, die sich nicht definieren lässt. Ihre Bewegungen schwanken zwischen der Sinnlichkeit des Tangos und der Konkretheit akrobatischer zeitgenössischer Tanzarbeit. Die Tänzerin fühlt sich gefangen, zwischen einer Erwartung von Weiblichkeit, mit der sie bewusst gerne spielt und den körperlichen Bewegungsmöglichkeiten, die durch geschlechtsnormative Konventionen – z.B. das Tragen von High Heels, stark eingeschränkt werden können.
Im Anschluss Tanzfläche frei für Milonga mit DJane Ani Andreani
Sa. 11.05.2024 20 bis 23 Uhr
P.ART Galerie / Tanz
Eintritt: 15,00 Euro / 10,00 Euro
Ticket

Apr
24
Mi
2024
Podiumsdiskussion / Formen der Erinnerungskultur in Zeiten von Rechtspopulismus @ P.ART Galerie
Apr 24 um 19:00 – 21:00

FORMEN DER ERINNERUNGSKULTUR IN ZEITEN VON RECHTSPOPULISMUS
Podiumsdiskussion

Ein Rückblick auf die erinnerungskulturellen Debatten zeigt, dass diese in der Vergangenheit vornehmlich innerhalb des „herkunftsdeutschen“ Kollektivs geführt wurden. In der heutigen postmigrantischen Gesellschaft muss die Deutungshoheit über die NS-Vergangenheit in Deutschland zwingend neu verhandelt werden. Die Notwendigkeit einer inklusiven postmigrantischen Erinnerungskultur, die alle Menschen in der Gesellschaft anspricht, unabhängig von ihrer Herkunft und ohne moralische Selbsterhöhung, soll in der Diskussion erörtert werden. Eine postmigrantische Erinnerungskultur sollte Auschwitz nicht nur „zur Signatur eines ganzen Zeitalters“ werden lassen, wie Jürgen Habermas schrieb. „Sie soll auch als Kompass für humanistische und universalistische Identifikationen funktionieren“.
Podium:
Felizitas Raith M.A., Historikerin, Pädagogisch Leitung Max Mannheimer Studienzentrum
Micky Wenngatz, Stadträtin, Vorsitzende von „München ist bunt! e.V.“
Paul Glaser, Autor und Neffe, Roosje Glasers
Moderation: Sabine Brantl, Leitung Archiv Haus der Kunst
Mi, 24.04.2024 19.00 Uhr
P.ART Galerie / Podiumsdiskussion
Eintritt: 10,00 Euro / 8,00 Euro

Mai
11
Sa
2024
Pink Lady mit Rosalie Wanka und Milonga für alle @ P.ART Galerie
Mai 11 um 20:00 – 23:00

PINK LADY MIT ROSALIE WANKA UND MILONGA FÜR ALLE

Tanzsolo von und mit Rosalie Wanka ausgezeichnet mit dem Preis für die beste Kreation beim Solocoreografico Festival Torino 2022
Rosalie Wanka spielt mit Elementen soziokultureller Herkunft und Genderidentität und kreiert im Tanz eine Identität, die sich nicht definieren lässt. Ihre Bewegungen schwanken zwischen der Sinnlichkeit des Tangos und der Konkretheit akrobatischer zeitgenössischer Tanzarbeit. Die Tänzerin fühlt sich gefangen, zwischen einer Erwartung von Weiblichkeit, mit der sie bewusst gerne spielt und den körperlichen Bewegungsmöglichkeiten, die durch geschlechtsnormative Konventionen – z.B. das Tragen von High Heels, stark eingeschränkt werden können.
Im Anschluss Tanzfläche frei für Milonga mit DJane Ani Andreani


Sa. 11.05.2024 20 bis 23 Uhr
P.ART Galerie / Tanz
Eintritt: 15,00 Euro / 10,00 Euro

Karten für diese Veranstaltung sind an der Kasse der Pasinger Fabrik, bei allen an MünchenTicket angeschlossenen Vorverkaufsstellen, sowie als Print-at-home-Tickets erhältlich.
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Bitte beachten Sie, dass beim Kauf von Tickets an externen Vorverkaufsstellen und im MünchenTicket-Webshop zusätzlich Gebühren anfallen können